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Leuchtturm Winterthur: Vorzeige-Anlage in Gotzenwil

Das schöne Haus befindet sich in einem sehr idyllischen sowie eher ruhigen Gebiet am Rande von Winterthur und steht unter Schutz. Schnell lässt sich feststellen, von dem Haus geht etwas ganz Besonderes aus. Die enge Zusammenarbeit mit dem Stadtwerk Winterthur war ein wichtiger Faktor, um dieses Bauprojekt entsprechend zu ermöglichen. 

Die Initiative

Obwohl der Familie klar war, dass diese Anlage eine beträchtliche Investition bedeuten würde und ein paar Vorschriften als Hürden überwunden werden müssten, war es für sie klar, dass es sich hierbei um die umweltfreundliche und damit zukunftsweisende Energiegewinnung handelte. Auch gab es hier eine bedeutende Herausforderung, die es zu meistern galt: Das Haus steht unter Heimat- und Denkmalschutz. Eine frühzeitige und enge Zusammenarbeit war gefragt.

Der Bau

Wie lange Planung und Bau einer Solaranlage dauert, ist von einigen Faktoren abhängig. Einer davon ist die Baubewilligung: Die Prüfung und Bewilligung können sehr langwierig sein. Gerade bei schützenswerten Häusern ist es daher wichtig, das Vorgehen und die Rahmenbedingungen am besten vor Ort gemeinsam abzustimmen, um anschliessend eine bewilligungsgemässe Planung aufgleisen zu können. Durch die aktuelle Energiekrise stehen die Gesetze zum Denkmal- und Heimatschutz zur Diskussion und werden sich gegebenenfalls noch ändern.
Die Installation der Auf-Dach-Anlage selbst dauerte gerade mal einen Tag. Bis alle Elemente inklusive der Wärmepumpe funktionierten, verging hingegen noch etwas Zeit.

Die Anlage

Durch die erst kürzliche Inbetriebnahme fehlen noch aktuelle Langzeitdaten . Beim Betreten des Kellers fällt die grosse Wärmepumpe ins Auge, geradezu dezent findet man daneben noch eine Elektroverteilung, eine Sonde und einen Speicher, der aus mehreren Speicherblöcken besteht. Die Kapazität ist moderat gewählt, da sie sonst schnell teuer werden kann: Ein Speicherblock mit einer Leistung von einem Kilowatt kostete um die 6’000 Schweizer Franken, die gewählte Kapazität orientiert sich am Eigenbedarf und rechnet dabei immer etwas mehr Leistung dazu, denn es muss berücksichtigt werden, dass im Winter kaum etwas produziert wird, im Sommer hingegen überdurchschnittlich viel.
Bei einem Blick aufs Dach sehen wir die 16 Panels auf 26 Quadratmetern, die als Auf-Dach-Anlage realisiert und in Richtung Süden ausgerichtet sind. Laut den Eigentümer:innen überlegen sich aktuell die Nachbarn, ebenfalls eine Anlage zu bauen. Die abgesprochenen Rahmenbedingungen für die Bewilligung dürften auch für sie gelten.

Besonderheiten

Eine grosse Besonderheit des Gebäudes ist, dass sich dieses unter Heimat- und Denkmalschutz befindet. Dabei ist es wichtig festzuhalten, was es genau zu schützen gilt und wie dieser Schutz bei der Solaranlage berücksichtigt werden kann. Eine frühzeitige Einbindung aller Parteien und eine offene Gesprächsführung haben eine Umsetzung ermöglicht – dies spricht auch für den Willen der Beteiligten, eine Lösung finden zu wollen.

Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz ist die Umsetzung einer homogenen Fläche der Anlage, es dürfen also keine herausragenden Elemente auf dem Dach vorhanden sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Anlage auf dem Dach nicht spiegelt. Dies ist heutzutage weniger ein Problem, da die meisten Panel entspiegelt produziert werden.

In Kombination mit der Anlage wurde im Gebäude auch eine E-Ladestation eingebaut. Diese Ladestation schafft 4,4 KW am Tag. Um das Auto zu laden, werden 5 KW empfohlen, trotzdem funktioniert das Laden sehr gut.

Fazit

Trotz ein paar Hürden lässt sich festhalten, dass die Anlage den Eigentümer:innen grosse Freude bereitet und dank der Unterstützung aller involvierten Parteien die Bewilligung für den Bau der Anlage schnell eingeholt werden konnte. Die Motivation in eine Solaranlage zu investieren, ging sogar an die Nachbarschaft über und erhält grossen Zuspruch. Das PV-System in Gotzenwil ist Teil des Alltags und sogar zu einem Vorzeige-Projekt für PV-Anlagen geworden.

Technische Details

  • Leistung: 4.8 kWp
  • Durchschnittlicher Eigenverbrauch: 100%
  • Anzahl Panels: 16
  • System: Dachsolar-Anlage
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Leuchtturm Winterthur: Kuhstall Taggenberg

Der Bauernhof in Taggenberg liegt auf einem schönen Hügel in der Nähe der Stadt Winterthur und sieht optimal der Sonne entgegen. Der Hof gehört der Stadt und wird verpachtet. Der Stadt war es ein Anliegen, das Potential des Kuhstalls möglichst auszuschöpfen. Daraufhin wurde für die Energiegewinnung im Jahr 2014 eine Solaranlage gebaut. Realisiert wurde das Bauprojekt in enger Zusammenarbeit mit Stadtwerk Winterthur.

Die Initiative

In der Landwirtschaft sind häufig für den Solaranlagebau passende Flächen zu finden, welche die Stadt gerne nutzen möchte. Die hürdenlose Gewährleistung der Zuleitungen zur Anlage ist dabei oft ein kritischer Punkt für den Bau. Auf diesem Hof war dies glücklicherweise möglich. Bei der Planung galt es, die städtischen Vorschriften für PV-Installationen insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe zu beachten. Dennoch war es der Stadt auch ein Anliegen, den Bau-Prozess zeitnah in Gang zu setzen. Eine wichtige Motivation war dabei auch, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Vom Besitzer gab es glücklicherweise keinen Gegenwind und er erlangte durch die Solaranlage auch keine Nachteile. Diese wurde schliesslich im Jahr 2014 installiert. 

Der Bau

Reibungslos verlief auch der Bau der Anlage selbst. In einem ersten Schritt wurde die Bewilligung vom zuständigen Departement eingeholt, was normalerweise ein sehr langer Prozess ist. Durch die interne Zusammenarbeit konnte man sich gegenseitig so unterstützen, dass die entsprechende Bewilligung deutlich schneller erfolgte. Die Realisierung des Bauplans wurde dann in Zusammenarbeit mit Helion und Senero AG umgesetzt.

Die Anlage

Die Auf-Dach Anlage ist seit dem Jahr 2014 in Betrieb. Der Hof liegt an einem idealen Ort: Die Anlage kann die Sonneneinstrahlung optimal auffangen. Wahrscheinlich wenig überraschend ist die Tatsache, dass der Eigenverbrauch bei nahezu 100% liegt, da es vom Traktorfahren bis hin zum einfachen Lichtschalter viel Strom für die Produktion braucht. Falls doch Reststrom übrigbleibt, geht dieser zurück ins Netz. Der erzeugte Strom der Anlage wird dabei ausschliesslich für die Produktion und den Betrieb verwendet.
Die Anlage wird regelmässig kontrolliert, um rechtzeitig eingreifen zu können. Die Fernablesung der Anlage geschieht dabei im Stall selbst.

Besonderheiten

Beim Betreten des Stalls schweift das Auge suchend durch den Raum: Wo befinden sich die Wechselrichter? Vorborgen, um nicht zu sagen gut versteckt, und nur über eine Leiter erreichbar sind die Geräte auf einer Heu-Bühne angebracht. Dort ist ein kleiner Raum, den man für die Kontrolle der Anlage betreten kann. Es fällt sofort auf, dass mit den Räumlichkeiten gearbeitet wurde, die man auch zur Verfügung hatte.

Eine Herausforderung bei der Instandhaltung der Panels ist, dass diese bei landwirtschaftlichen Betrieben durch den Staub häufiger als üblich verschmutzen und dadurch auch mehrmals pro Jahr gereinigt werden müssen.

Da es sich bei diesem landwirtschaftlichen Betrieb um einen städtischen Hof handelt, kam auch die Entscheidung für eine Solaranlage von der Stadt selbst. Die Entscheidung wurde auf Basis des Klimaschutzgedanken getroffen.

Besonders ist hier auch, dass es sich um eine landwirtschaftliche Zone handelt, und diese kommt mit ihren eigenen besonderen Voraussetzungen für den Bau. Erstens müssen die Panels reflexionsarm sein, damit die Anlage keinen Störfaktor darstellt und zweitens muss vor dem Bau eine Baubewilligung vom zuständigen Departement der Stadt eingeholt werden.

Fazit

Die Anlage scheint einwandfrei zu funktionieren und durch die regelmässige Wartung und Kontrolle wird auch die Instandhaltung für den Betrieb gesichert. Die Beziehung zwischen dem Stadtwerk und dem Betrieb ist dabei ein wichtiger Faktor für die zukunftsorientierten Energieanlagen. Eins bleibt jedoch klar: Ohne die Mithilfe aller Parteien wäre es nicht zu diesem Vorzeigeprojekt gekommen. 

Technische Details

  • Leistung: 180 KWp
  • Durchschnittlicher Eigenverbrauch: 100%
  • Anzahl Panels: 610
  • System: Auf-Dach Anlage
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Leuchtturm Winterthur: Solaranlage im Contracting-Modell für Privathaus

Es ist ein sonniger Augusttag, an dem Beat Egli uns in sein Einfamilienhaus im Stadtquartier Lind in Winterthur eintreten lässt. Vorstellen müssen wir uns nicht: Er weiss bereits Bescheid über SolarAction und freut sich, uns seine Anlage zu zeigen. 

Die Motivation 

Dank seiner eigenen Arbeitserfahrung in der Energiebranche war für Herrn Egli schon seit einiger Zeit klar: Die erneuerbare Energie ist die Zukunft. Deshalb hat er beschlossen, dass auch auf sein Dach eine Solaranlage gehört. Als er auf das Angebot e-Solardach.single von Stadtwerk Winterthur stiess, war er sofort überzeugt. Zum einen hatte er bereits davor nur gute Erfahrungen Winterthur gemacht. Zum anderen gefiel ihm das Rundum-Sorglos-Angebot: Er musste sich um kaum etwas kümmern, denn auch die gesamte Planung und Organisation wird übernommen und er kann mit einem monatlichen Fixpreis die Anlage über 20 Jahre hinweg abbezahlen.
Zudem wurde das Gebäude auch kürzlich mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Somit nutzt die Installation einer Solaranlage gleich doppelt und sowohl die Heizung als auch der Strombedarf werden auf eine nachhaltige Art und Weise gedeckt. 

Die Installation 

Ebenso reibungslos wie die Planung verlief auch die Installation. Im Sommer 2021 wurden die 12 Solarmodule auf das Dach montiert und der Wechselrichter angebracht. Auch ein entsprechender Blitzschutz ist nun auf dem Dach.
Beat Egli war bei der Installation gerne mit dabei, hat zugeschaut und mit den Installateuren gefachsimpelt. Selbst auf das Dach zu steigen, wäre ihm aber zu viel gewesen, weshalb er umso dankbarer für die angebotene Lösung ist. 

Die Anlage heute

Seit letztem Sommer produziert die Anlage nun fleissig Strom. Die Anlage wird alle 2 Tage auf die Stromproduktion überprüft und einmal pro Jahr gereinigt. Zudem wird auch einmal jährlich eine umfassendere Analyse der Stromproduktion vorgenommen, um festzustellen, ob noch alles korrekt läuft oder allenfalls Teile ersetzt werden müssen.
Die Aufteilung des Stromes funktioniert folgendermassen: Zuallererst wird der Strom für den Antrieb der Wärmepumpe gebraucht. Der Rest des Stromes fliesst ins Haus und alles, was nicht im Eigenverbrauch verwendet wird, wird ins Netz eingespeist.
Auch der Eigentümer kann beobachten, was passiert: Zum einen gibt es den kleinen Solarlog im Keller, auf dessen Bildschirm man einige Infos nachlesen kann. Zum anderen kann sich der Eigentümer auch auf der «Smart Chap»-Website einloggen. Dort findet er Statistiken zur jährlichen Stromproduktion und dem Eigenverbrauch sowie tagesaktuelle Daten. Diese Sichtbarkeit des Strombedarfs hilft, wenn es um greifbare Energie-Sparmassnahmen geht.

Fazit und Zukunft

Aus dem Gespräch ging eines ganz besonders hervor: Beat Egli ist nicht nur zufrieden, sondern richtig stolz auf seine Solaranlage. Er ist überzeugt, dass ein Ausbau der Solaranlagen und eines Smart-Netzes die Energiezukunft der Schweiz deutlich mitbestimmen wird.
Allerdings hat auch er noch Ideen für die Zukunft: Gerne würde er seine Solaranlage mit einem Batteriespeicher ergänzen. So könnte er den Eigenverbrauch erhöhen und noch mehr von seiner Anlage profitieren. Und in 20 Jahren, wenn die Anlage dann ganz ihm gehört, ist sein Haus energetisch optimiert; das ist sein Ziel.

Technische Details

  • Anzahl Panels: 12 monokristalline Panels
  • Jährliche Erzeugung: 5830 kWh
  • Jährlicher Eigenverbrauch: 1150 kWh 
  • Maximaler Wirkungsgrad der Panels: 20,7%
  • Leistungsbereich der Panels: 360-380 W
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PV-Anlagen bei Schubiger Möbel – Wie das Projekt erfolgreich umgesetzt wurde

Schubiger Möbel AG ist ein Schweizer Möbelgeschäft, das bereits seit 1934 hochwertige Möbel in Zürich anbietet. Das Unternehmen mit rund 110 Mitarbeitenden ist in Zürich sowie auch in Regensdorf zu Hause. Durch die Verfügbarkeit von zwei Flachdächern mit einer Gesamtfläche von rund 6’000 m2, wurde schnell klar, dass der Platz optimal für eine PV-Anlage genutzt werden kann.

Jürg Schubiger von Schubiger Möbel AG und Marco Rall von Solar Alliance AG erzählen wie das Projekt umgesetzt wurde.

Video – Installation PV-Anlage bei Schubiger Möbel

Technische Daten
Solaranlage Regensdorf

  • Projektstart:                                            Juni 2020
  • Inbetriebnahme:                                   Januar 2021
  • Flachdachgrösse:                                  3’700 m2
  • Jahresproduktion:                               423’000 kWh
  • Produktionskosten:                            CHF 475’000.-

Technische Daten
Solaranlage Ueberlandstrasse

  • Projektstart:                                           Dezember 2021
  • Inbetriebnahme:                                   Juli 2022
  • Flachdachgrösse:                                 2’100 m2
  • Jahresproduktion:                               211’000 kWh
  • Produktionskosten:                            CHF 270’000.-

Photovoltaik in der Kernzone: So gelang es Hettlingen, den Bau von PV-Anlagen in Schutzzonen zu vereinfachen

Es war eine der meistgestellten Fragen an den Infoveranstaltungen zu unserer PV-Aktion: «Mein Wohnhaus steht in der Kernzone – wie komme ich trotzdem zu einer Solaranlage?» Meist wurde das Mikro an dieser Stelle den Ansprechpartner:innen der Gemeinde übergeben. Denn je nach Ortschaft herrschen andere Vorschriften, was den Bau in der Kernzone betrifft. Diese sind in den kommunalen Bau- und Zonenordnungen (BZO) festgelegt und richten sich nach den Bestimmungen des Bundes und des Kantons. So kämpft man sich schnell mal durch Verhandlungen mit Heimatschutz, Gemeinden und Kanton. In Kernzonen gilt im Kanton Zürich immer eine Baubewilligungspflicht. Es ist zu prüfen, ob der Bau einer Solaranlage mit dem Schutzzweck vereinbar ist. Die bürokratischen Hindernisse schrecken so manche Gemeinde und Hausbesitzer:innen ab, eine Realisierung zu Ende zu bringen.

Nicht aber Hettlingen. Auch hier war man beim Bau von Solaranlagen in der Kernzone zaghaft unterwegs. Bis Jürg Hofer, ehemaliger Präsident des Vereins erneuerbare Energien, feststellte, dass das Problem in einem einzigen Satz lag. Die Bau- und Zonenordnung (BZO) Hettlingen schreibt unter anderem vor, dass «Energiegewinnungsanlagen dachflächenbündig ausgebildet werden müssen». Konkret heisst das, dass nur Indachanlagen erstellt werden dürfen, die also ganze Teile der Gebäudehülle ersetzen. Das Problem? «Bei älteren Häusern musste das gesamte Dach umgebaut werden, was vielen schlichtweg zu teuer war», sagt Hofer. Er entschied sich dazu, vom Gemeinderat eine Änderung dieser Vorschrift zu beantragen. Mit Erfolg. Im August 2018 wurde eine Praxisänderung des entsprechenden Artikels in der Bau- und Zonenordnung beschlossen. Demnach können in der Kernzone anstelle von dachflächenbündigen Energiegewinnungsanlagen auch Aufdachanlagen erstellt werden. Voraussetzung seien eine «gute Einordnung und Gestaltung».

Hofer erstellte ein Merkblatt, in dem die Anforderungen für einen entsprechenden Bau einer Aufdachanlage festgehalten sind. «Es muss sichergestellt werden, dass die Anlage optisch nicht einem Flickenteppich gleicht.» 12 Punkte sind es, an denen sich interessierte Eigenheimbesitzer:innnen orientieren können, um die optischen Anforderungen des Bundes zu erfüllen. Das Merkblatt kann im «Leitfaden für das Bauen» von der Homepage der Gemeinde Hettlingen herruntergeladen werden. Seit der Änderung konnten 10 Anlagen in Kernzonengebieten gebaut werden und weitere Interessent:innen stünden Schlange, sagt Hofer. Aufgrund der Gestaltungsempfehlungen habe man es sogar geschafft, eine Anlage auf einem Mehrfamilienhaus in der kantonalen Schutzzone zu bewilligen. «Das wäre vorher undenkbar gewesen.»

Diese Aufdach-Anlage wurde gemäss der neuen Gestaltungsempfehlungen in der Kernzone von Hettlingen erstellt.

Das Beispiel Hettlingen zeigt: die Gemeinden müssen sich nicht tatenlos den Vorschriften des Bundes bzw. des Kantons fügen. Manchmal reichen kleine textliche Anpassungen, um den Raum der Möglichkeiten deutlich zu erweitern. Es gibt Möglichkeiten und gute Beispiele, wie den Bewohner:innen der Kernzone der Bau einer Solaranlage erleichtert werden kann.

Bei allen Erleichterungen bleibt eines wichtig: Bei Gebäuden in der Kernzone braucht es ein Gespräch und gegebenenfalls eine Vor-Ort-Besichtigung, um am konkreten Objekt eine gute Lösung zu finden.

Weitere Informationen zum Thema

Gestaltungsempfehlungen_Aufdach-Solaranlagen_in_Kernzone

4. Gemeinde-Webinar: Genossenschaften für die Energiewende

Die Dringlichkeit der Energiewende ist eine rechte Herausforderung für die Städte und Gemeinden. Die Experten in der Branche sind gefragt wie nie und teilweise bis zur Erschöpfung ausgelastet. Gerade in Gemeinden ohne eigene Gemeindewerke stellt sich die Frage, welche Aufgaben sie selbst übernehmen wollen und welche nicht. In einer kleinen Serie von Beiträgen möchten wir Möglichkeiten beleuchten, wie die Bewohnerinnen und Bewohner eingebunden werden können und dadurch mehr Schwung in die Umsetzung kommen kann. Wir beginnen die Serie mit einem Webinar zum Thema «lokale Genossenschaften».

Die wohl bekannteste und beliebteste Genossenschaft in der Schweiz ist die Migros. Die spezielle Organisationsform der Genossenschaft erlaubt es, sich einem breiten Publikum zu öffnen, ähnlich wie es auch Vereinen möglich ist. Ziel des Webinars ist es nicht, die juristischen Vor- und Nachteile der Organisationsform gegenüber Vereinen oder AGs abzugrenzen, sondern anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, welche Beiträge lokale Genossenschaften durch ihre Ziele und Zusammenarbeit heute bereits leisten und wie sie mit den aktuellen Herausforderungen umgehen. Dafür haben wir folgende Referenten eingeladen und freuen uns auf ihre Geschichten, Gedanken und Anregungen. An dieser Stelle schon vorweg ein herzliches Dankeschön!

Gemeinde Embrach und die EnergieGenossenschaft Bülach

Die EnergieGenossenschaft Bülach setzt sich dafür ein, dass die Region Bülach bis zum Jahr 2050 nur noch mit erneuerbaren Energien versorgt und das Ziel Netto-Null erreicht wird. Sie arbeitet mit anderen Genossenschaften zusammen und übernimmt auch bewährte Modelle wie z.B. Ansätze der Energie Genossenschaft Zimmerberg.

Die Embracher Gemeindepräsidentin Rebekka Bernhardsgrütter wird uns gemeinsam mit dem Verwaltungsratspräsidenten der EG Bülach, Stéphane Geslin, erzählen, wie es dazu kam, dass Gemeinde und Genossenschaft zusammenarbeiten, welche Ziele sie sich gesetzt haben und wie sie sich die Arbeit aufteilen.

Genossenschaft Genosol Martella in der Gemeinde Marthalen

Die Genossenschaft Genosol Martella will einen Beitrag zur Förderung von umweltfreundlichen Energiesystemen leisten. Sie bietet Möglichkeiten, sich an Stromproduktionsanlagen zu beteiligen, um Konflikte mit Denkmalpflege und Ortsbildschutz zu vermeiden. Sie fördert das Interesse an erneuerbaren Energien und teilt ihr Wissen mit Interessierten. Ihr Präsident Hans-Ulrich Vollenweider wird uns von den Anfängen über Erfolge bis zu aktuellen Herausfoderungen berichten.

Neugierig geworden?

Hier findest du alles rund ums Webinar!

4. Gemeinde-Webinar: Genossenschaften für die Energiewende

Weitere Informationen zum Thema «Lokale Genossenschaften für die Energiewende»

Beispiele von Energiegenossenschaften im Kanton Zürich

Kennst du weitere Genossenschaften, die zum Thema passen?

Informationen zur Rechtsform «Genossenschaft»

Bund fördert PV-Machbarkeitsstudien bei kommunalen Gebäuden

Solarpotential auf Dächern, Kartenausschnitt von sonnendach.ch

Wie gross ist das Solarenergie-Potenzial auf den Gebäuden der Gemeinde? Wie gut wird es bereits genutzt? Welches Gebäude sollte als nächstes mit einer PV-Anlage bestückt werden? Mit einer Machbarkeitsstudie lassen sich all diese Fragen beleuchten. Seit dem 1. Mai 2022 fördert der Bund Machbarkeitsstudien für gemeinde-eigene Gebäude mit einer Sonderaktion finanziell. SolarAction unterstützt Sie bei der Realisation.

Jede Gemeinde kann mit ihren Gebäuden zur Versorgungssicherheit beitragen. Wie jedes andere Gebäude auch können hier Energiesparpotentiale, Wärmeversorgung und Strombedarf ermittelt und umgestellt werden. Zusätzlich erfüllt die Gemeinde dadurch eine Vorbildfunktion. Für die Gemeinden, die hier noch Potenzial sehen und ihre Planung angehen möchten, bietet der Bund mit einer Förderung Hand.

PV-Machbarkeitsstudie – jetzt handeln

Jede Gemeinde kann einen Antrag einreichen, sofern sie die Machbarkeitsstudie bis Ende Oktober 2023 fertig stellen mag. Der Finanzierungsbeitrag durch Energie-Schweiz beträgt 40% der Gesamtkosten der Machbarkeitsstudie, aber maximal CHF 30’000.

Interessierten Gemeinden bieten wir mit unseren Partnern ein Rundum-Sorglos-Paket, dass genau auf die Anforderungen von Energie-Schweiz zugeschnitten ist.

  • Sie benötigen lediglich einen Koordination, eine Liste aller kommunaler Gebäude sowie alle relevanten Gebäudedaten.
  • Unsere Partner erstellen die Unterlagen für den Förderantrag, die Machbarkeitsstudie und unterstützen Sie beim Abschlussbericht.
  • Mit den Ergebnissen der Studie können Sie Ihre Umsetzung planen und kommunizieren sowie Ihre Erfolge schrittweise feiern.

Solarpotenziel in drei Schritten erfassen und auswerten

Um in den Genuss der Förderung von 40% der Kosten zu kommen, wird ein dreistufiges Vorgehen erwartet.

Schritt 1: Gesamtüberblick, Kriterien, Grobauswertung

Es braucht eine Liste aller kommunalen Gebäude und der betrachteten Flächen. Gemeinsam mit dem Solarplaner legt die Gemeinde vorab die Bewertungskriterien und die verwendeten Bewertungsstufen fest, z.B. ausgezeichnet, gut, mittel, schlecht. Mögliche Kriterien könnten Lage, Schattierung, Neigung oder Logistik sein. In einer Kurzanalyse werden nun alle gelisteten Gebäude bezüglich der gewählten Kriterien bewertet. Diese Übersicht ermöglicht eine erste Einstufung und Auswahl geeigneter Gebäude für eine PV-Anlage.

Mögliche Übersichtstabelle einer Auswertung gemäss Schritt 1 aus "Merkblatt für Projektanden Energie-Schweiz Sonderaktion «Machbarkeitsstudie PV für kommunale Gebäude» (Umsetzung 2022-2023)"

Schritt 2: Detaillierte Machbarkeitsstudie bei mindestens der Hälfte der geeigneten Dächer

Hierfür fordert das Merkblatt sehr klar: Auf der Grundlage der Kurzfassung führen die Gemeinde und der Auftragnehmer eine detaillierte Machbarkeitsstudie für mindestens die Hälfte der am besten geeigneten Gebäude/ Dächer durch. Diese Studie soll der Gemeinde alle Informationen liefern, die sie für das weitere Vorgehen (technische und finanzielle Planung, Ausschreibung, Umsetzung) benötigt. Für diese Studie ist ein Besuch vor Ort unerlässlich. Die Studie muss u.a. folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Auswertung der allgemeinen Lage, Zonen und Gebäudetyp, Bauanzeige  oder -bewilligung, Hindernisse, Logistik usw.
  • Dachzustand und mögliche Kombination mit verbesserter Dachisolierung
  • Verlegungsplan, Skizze, Fotomontage
  • Auswertung der Schattierung
  • Simulationen: eingerichtete Kapazität, Produktionspotenzial, Eigenverbrauch, etc.
  • Verfügbare Räumlichkeiten/Standort, Installation der technischen Bestandteile, Verkabelung, elektrischer Anschluss
  • Sicherheit (Baustelle und Wartung) − Blitzschutz / Brandschutz
  • Monitoring- und Steuerungssystem
  • Synergie: ZEV, Elektromobilität, Heizung, Warmwasser, etc.
  • Etc.

Schritt 3: Einstufung Umsetzung mit zugehöriger Verpflichtung

Auf der Grundlage der Resultate der ersten beiden Schritte wird nun eine Einstufung der Gebäude erstellt.

  • Priorität 1: Das Dach des Gebäudes ist für die Installation einer PV-Anlage vollkommen geeignet und lässt eine Umsetzung sofort zu. Die Gemeinde verpflichtet sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Realisierung der Anlage zu sorgen.
  • Priorität 2: Das Dach des Gebäudes ist für die Umsetzung einer PV-Anlage geeignet. Es bestehen aber Hindernisse, die die Umsetzung erschweren oder verzögern (z.B. ungeeignete Lage, Auflagen, notwendige Arbeiten/Renovierungen usw.). Die Gemeinde plant eine längerfristige Umsetzung im Rahmen möglicher Renovierungs- oder Umbaumassnahmen.
  • Priorität 3: Das Dach des Gebäudes ist nicht geeignet und/oder die Hindernisse sind auch langfristig zu gross, um die Umsetzung einer PV-Anlage in Erwägung ziehen zu können.

PV-Anlagen umsetzen und berichten

Die Gemeinde verpflichtet sich, in den Folgejahren Auskunft zu geben über Planung, Umsetzung und ihre Kommunikation zu den Projekten und Energie-Schweiz und die Öffentlichkeit aktiv über den Fortschritt zu informieren.

Unsere Partner

      

Weitere Informationen zur «Förderung PV-Machbarkeit»

Das Merkblatt und der Link zur Anmeldung sind zu finden auf https://www.local-energy.swiss/infobox/sonderaktion-machbarkeitsstudie-pv.html#/

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Unsere Partner beraten dich gerne.

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    Solarstrom vom eigenen Dach – typische Fragen und Sorgen sowie gute Antworten

    Solarstrom Anlage Winterthur

    Das Interesse an einer eigenen Solaranlage ist gross in der Bevölkerung. Mit dem Interesse kommen auch Fragen, die teils in alten Vorurteilen, teils in berechtigten Sorgen und teils in fehlendem Wissen begründet liegen, denn jeder Hausbesitzer begibt sich hier auf eine spannende Lernreise hinein in den Dschungel aus Vorschriften, technischem Wissen und individuellen Umständen rund ums eigene Haus. Wir haben einige Seiten mit Fragen und Antworten ausgewertet und führen dich an diese Schatzkiste heran.

    Man hat schon mal gehört, dass Solaranlagen blenden können. Der Nachbar macht sich vielleicht Sorgen wegen möglicher Strahlung. Wenn schon nachhaltiger Strom, dann auch eine gute Ökobilanz – wie steht es damit bei Solarmodulen? Ein kleiner Ausschnitt aus typischen Fragen, denen man im Austausch mit privaten Hausbesitzern begegnet. Wir haben exemplarisch einige Webseiten mit solchen typischen Fragen besucht und ausgewertet. Pro Seite findet man zwischen 8 bis 15 Einstiegsfragen mit einer ersten Einordnung als Antwort, teilweise ergänzt durch Links mit weiterführenden Hinweisen. Überrascht hat uns, dass der Überlapp dieser rund 10 Fragen recht gering war, wodurch sich ein breites Spektrum über die diversen Informationsquellen ergibt.

    Benötigen Solarpanels mehr Energie zu ihrer Herstellung als sie je produzieren können?

    Wir möchten diese Welt unseren Kinder besser hinterlassen, als sie aktuell ist.Wenn wir Geld in eine Solaranlage investieren, möchten wir sicher sein, dass es sich nicht nur finanziell lohnt, sondern auch, dass es ökologisch sinnvoll ist. Daher taucht die Frage nach der Ökobilanz von Solarpanels immer wieder auf. Doch die Antwort der Experten ist eindeutig: Nein!

    Das Gerücht stammt wohl aus den 50er Jahren, als unter anderen Gesichtspunkten produziert wird. Je nach Technologie und Verfahren ist heutzutage die Bilanz eines Moduls ab dem zweiten, spätestens aber ab dem dritten Jahr positiv – und die Lebensdauer von Solarpanels beträgt typischerweise 20 bis 30 Jahre. Und auch bei der Ökobilanz von Panels gilt: Je sauberer der Strom ist, der zur Herstellung verwendet wird, desto schneller ist das Panel auch in der Ökobilanz positiv! Auch das spricht für europäische Panels.

    Es lohnt sich, Solaranlagen so gross wie möglich zu bauen

    Der spürbare Zubau neuer Anlagen zeigt, dass die Bemühungen und Aktionspläne der Politik von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Doch hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass sich die Grösse der Solaranlage, insbesondere bei Einfamilienhäusern, am Strombedarf der Besitzenden zu bemessen hat. Dass dieser in Zukunft aber weiter wachsen wird – Stichworte wie Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge – wird dabei oft ausser Acht gelassen.

    Nun gehen erfreulicherweise immer mehr Kantone mit entsprechenden Förderrichtlinien dazu über, die Investitionsbereitschaft Privater zu honorieren. Im Beitrag des Energiejournals (Ausgabe Mai 2022) ist zudem ein Rechenbeispiel aufgeführt, das aufzeigt, dass sich grosse Anlagen schneller amortisieren und auf die Dauer mehr abwerfen. Wer also richtig rechnet, erzielt mit mehr Fläche bald auch mehr Gewinn.

    Weitere Fragen mit fachkundigen Antworten für dich zusammengestellt

    Es gibt viele hilfreiche Seiten, die Fragen aufgreifen und fachkundig beantworten. Wir haben hier ein Spektrum zusammengestellt mit einem Link zu den entsprechenden Antworten.

    «Solarenergie ist unzuverlässig und destabilisiert das Stromnetz.»

    «Solarenergie ist ineffizient (niedriger Wirkungsgrad).»

    «Module lassen sich kaum rezyklieren.»

    «Solarenergie braucht Rohstoffe, die bald ausgehen werden.»

    «Solaranlagen erhöhen das Risiko von Bränden.»

    «Solaranlagen erzeugen starken Elektrosmog.»

    «Ist es wahr, dass Solarpanels mehr Energie zu ihrer Herstellung benötigen, als sie jemals erzeugen können?»

    «Am meisten Solarstrom wird dann produziert, wenn er am wenigsten gebraucht wird. Wie profitiere ich also von einer Photovoltaik-Anlage?»

    «Als Mieterin oder Mieter fehlt mir die Möglichkeit, Solarenergie zu fördern.»

    «Kann ich die Energie aus meiner Solaranlage überhaupt selbst nutzen?»

    «Kleine Solaranlagen auf EFH lohnen sich nicht.»

    «Solarenergie verteuert den Strom, vor allem für Industrie und Gewerbe.»

    «Ist die Sonneneinstrahlung in der Schweiz überhaupt hoch genug, um relevante Mengen an Solarstrom zu produzieren?»

    «Die Schweiz wird abhängig von Stromimporten.»

    «Photovoltaik-Anlagen sind doch immer noch viel zu teuer.»

    «Stimmt es, dass Solarzellen giftige Rohstoffe enthalten?»

    «Solaranlagen sehen nicht schön aus.»

    Sind noch Fragen offen geblieben? Weiterführende Informationen:

    > Swissolar: RPV: Swissolar begrüsst Abbau von raumplanerischen Hürden für Solaranlagen

    > Bundesamt für Energie: Förderung Einmalvergütung

    > Energie Journal: Ausgabe Mai 2022

    Erfahrungsaustausch für Schweizer Gemeinden bei den Municipal-Events

    Veranstaltungsreihe Municipal für Gemeinden

    Um die Energiewende und die Versorgungssicherheit zu schaffen, braucht es keinen Helden, sondern Kollaboration und Kooperation von vielen. Daher fördert Innosuisse eine Eventserie zur Energie-Innovation. Die Veranstaltungen von Municipal zielen auf den Austausch von Schweizer Gemeinden untereinander und mit Experten rund ums Thema Energie.

    Innosuisse bietet ein breites Spektrum von Veranstaltungen, um kluge Köpfe und Handlungswillige zusammenzubringen und die Energiewende voranzubringen: «Co-Creating» oder «Co-Innovation» nennen sie es. In diesem Rahmen bietet die Hochschule Luzern eine Veranstaltungsreihe «Municipal», die sich speziell an Gemeinden richtet und in der Zeit von 2021 – 2024 einmal quer durch die Schweiz zieht. Die englische Version der Website bietet mehr Informationen, auch zu den bereits erfolgten Veranstaltungen.

    Gemeinden als Vermittler im Innovationsprozess

    Die Motivation für diese Veranstaltungsreihe ist für Prof. Dr. Christoph Imboden und Prof. Dr. Ulrike Sturm ganz klar: «Die Gemeinden fungieren als Vermittler im Innovationsprozess. Sie können Energieinnovationen fördern, indem sie einen Multi-Stakeholder-Ansatz nutzen. Dies schafft die Voraussetzungen für eine Energiewende, die der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht zugute kommt.» Ihr Motto lautet daher: «Co-Creating Energy Innovation at Municipal Level Across Regions and Sectors». Das Ziel ist es, über die Serie eine aktive Community zu bilden, die sich gemeinsam den selbstgewählten Schwerpunkten und Themen widmet und diese vertieft.

    Das Spektrum der Partner und Experten ist dabei breit angelegt: Universitäten, Forschungsinstitute, KMU, non-profit-Akteure – alles ist dabei. Themengeber sind die Gemeinden, denn mit und für sie finden die Veranstaltungen statt. Mit dieser Vielfalt an Perspektiven können die Themen der Gemeinden nun beleuchtet und vertieft sowie neue Ansätze diskutiert werden. Um den Gemeinden genügend Zeit und Raum zu geben, werden einige Veranstaltungen ohne Partner, andere mit Partnern durchgeführt.

    In der Liste der Partner befindet sich neben dem Schweizerischen Gemeindeverband und dem Schweizerischen Städteverband auch die Stadt Winterthur und die ewz der Stadt Zürich.

    Mitmachen erwünscht!

    Obwohl die Veranstaltungsreihe bereits begonnen hat, können sich interessierte Gemeinden jederzeit melden und mitmachen. Die Veranstaltungen in Rotkreuz und Aarau haben bereits stattgefunden, die kommende Veranstaltung findet am 1. Dezember 2022 im Smart Living Lab der EPFL Freiburg statt.

    Weitere Informationen zum Thema «Co-Creating Energie-Innovation für Gemeinden»

     

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    Ein Jahr SolarAction – wohin geht die Reise?

    Grosse Veränderungen haben die Schweiz, Europa, ja die ganze Welt erfasst. Klimawandel und Dekarbonisierung sind endlich auf der politischen Tagesordnung ganz oben. Befeuert von Krieg und Krisen fragen wir uns: Welche Energien haben Zukunft und wie gewährleisten wir die Versorgungssicherheit? Die Kampagne SolarAction von MYBLUEPLANET läuft nun seit einem Jahr im Kanton Zürich. Wo stehen wir? Was haben wir bewirkt? Und wohin soll die Reise gehen?

    Die Schweiz will bis 2050 klimaneutral werden. Dazu braucht es ehrgeizige Ziele und griffige Massnahmen. Die Photovoltaik ist eine tragende Säule in der Energiewende, der Zubau von Solaranlagen das Gebot der Stunde.

    Wie gross ist die Solarfläche im Kanton Zürich?

    Seit Mitte 2021 dokumentieren wir mit dem SolarTracker den Zubau von Solaranlagen in den Gemeinden im Kanton Zürich. Wir zeigen auf, wie viel Prozent des Solar-Potenzials auf Dachflächen für die Stromproduktion mit Photovoltaik (PV) Anlagen genutzt wird. Und für die Gemeinden, die ihre Ziele mit uns teilen, bilden wir in unserem Solartracker den Fortschritt ab.

    Als einfach zu verstehende Grösse weisen wir die für PV-Anlagen genutzte Fläche in Quadratmetern aus. Und genau dieser Wert – m2 –  ist die Grundlage für die Gemeinde-Challenge, mit der wir vor einem Jahr gestartet sind:

    «Schaffen wir es im Kanton Zürich weitere 1.5 Mio. m2 Solarpanels zur Stromerzeugung – das ist 1 m2 zusätzlich pro Einwohner:in – bis 2024 auf öffentlichen und privaten Dächern und Fassaden neu zu installieren?»

    SolarAction – die Gemeindechallenge

    MYBLUEPLANET wollten es wissen und starteten im Juni 2021 den Dialog mit Zürcher Städten und Gemeinden, lokalen Energiekommissionen, Stromwerken, Solargenossenschaften und anderen regionalen Energieakteuren. Das Anliegen der Kampagne SolarAction: die Gemeinden anzuregen, mit dem raschen Zubau von Photovoltaik-Anlagen die Energiewende spürbar voranzutreiben. Unser Argument: Mit keiner anderen Energiequelle lässt sich auf lokaler Ebene so rasch und so kostengünstig erneuerbaren Strom aus einheimischer Quelle produzieren. Das Potenzial liegt vielfach ungenutzt auf öffentlichen und privaten Dächern und Infrastrukturen. Beginnen die Gemeinden als Vorbilder zu agieren, zieht die Bevölkerung auch bald nach.

    Doch es gibt noch eine zweite Komponente: die Gemeinde kann grösser denken als ein einzelner Hausbesitzer und kann die Energiewende nutzen, um den Gemeinschaftssinn zu stärken, indem sie ihre Bevölkerung einbezieht. Fragen wie «Können wir ein ganzes Quartier zu einem ZEV zusammenschliessen?», «Wie beziehe ich Mieter in die Energiewende ein?» oder «Brauchen wir einen Gemeindespeicher anstelle von privaten Speicherlösungen?» könnten gemeinsam angeschaut und diskutiert werden.

    SolarAction – Die Kampagne für den raschen Ausbau von PV-Anlagen

    Auf unserer einjährigen SolarAction-Reise durch den Kanton Zürich haben wir Gemeindevertreter:innen kennengelernt, die in Sachen netto-Null bereits vorbildliche und gezielt unterwegs sind und tatkräftig in den Ausbau von Solaranlagen investieren. Andere kamen wegen fehlender Ressourcen oder Kapazitäten nur schwer voran. Wir haben Menschen getroffen, die sich selbstlos in Solargenossenschaften engagieren und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern grossartige Solarprojekte realisieren. Und wir haben uns mit Solarprofis ausgetauscht und dabei versucht zu ergründen, warum es mit dem Ausbau von PV-Anlagen trotz allem so schleppend vorangeht.

    SolarAction – darauf sind wir stolz

    In einem Kampagnenjahr hat MYBLUEPLANET SolarAction

    • Zahlreiche Fachveranstaltungen und Anlässe besucht und sich mit allen wichtigen Solarakteuren im Kanton vernetzt
    • 1 Kampagnen-Website als Informations-Hub aufgebaut
    • 3 Webinare für Gemeindevertreter:innen durchgeführt
    • 1 Fach-Webinar für Architekten und Bauplanerinnen abgehalten
    • Mit Newsbeiträgen die Entwicklung der Photovoltaik in der Schweiz und speziell im Kanton Zürich kontinuierlich dokumentiert
    • 9 Leuchtturm-Reportagen zu spannenden Projektrealisationen erstellt
    • 5 Newsletter an Gemeindevertreter:innen und Solarinteressierte verschickt und Öffentlichkeitsarbeit betrieben
    • 3 Gemeinden konkret bei Strategiefindung, Positionierung in Sachen Solarenergie oder bei der Kommunikation beraten
    • 19 Gemeinden in der Region Winterthur davon begeistert, mit einer gemeinsamen PV-Aktion den Zubau von Solaranlagen auf EFH zu erleichtern

    Was hat sich verändert?

    Dazu haben wir die Zahlen aus dem SolarTracker analysiert. Unser Fazit: Ok, es geht voran. Unsere Berechnungen ergeben immerhin den neuen Wert von 1.2 m2 PV-Fläche im Kanton Zürich, womit wir das erste Zwischenziel erreicht haben. Trotzdem liegt das kantonsweit genutzte Solarpotenzial weiterhin erst bei 5%, wie der Branchenverband Swissolar bestätigt. Damit hinkt Zürich, dem nationalen Durchschnitt (5,7%) hinterher.

    SolarTracker

    Als wir mit der Kampagne SolarAction starteten, herrschte in der Solarbranche trotz gut gefüllter Auftragsbücher wenig Euphorie. Aufwändige Bewilligungsverfahren, desinteressierte Energieversorger, wenig attraktive Einspeisevergütung hielten mache private Immobilienbesitzende von Solarinvestitionen ab. Kurz vor unserem Start lehnte das Volk das CO2-Gesetz überraschend und knapp ab. Es hätte die Schweizer Klimapolitik festlegen und endlich fördernde Rahmenbedingungen für den Solarausbau schaffen sollen. Wir sind trotzdem gestartet, um ein Signal zu setzen: lasst uns handeln!

    Was auf nationaler Ebene scheiterte, gelang kurz darauf im Kanton Zürich. Die Änderung der Kantonsverfassung zum Klimaschutz (Energiegesetz) wurde hier deutlich angenommen. Endlich verfügte der Kanton Zürich über die politischen Rahmenbedingungen, die unter anderem auch dem raschen Zubau von PV-Anlagen zuträglich sind.

    Hat die Kampagne SolarAction etwas dazu beigetragen?

    Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht. Wir sind nur einer der vielen Akteure, die sich dem Klimaschutz und speziell der Förderung von Solarstrom verschrieben haben. Was wir aber deutlich sehen, ist, dass mittlerweile alle Gemeinden Handlungsbedarf erkannt haben. Beigetragen hat vermutlich die aufkeimende Angst vor einer Strommangellage, die laut Experten die Schweiz bereits im nächsten Winter erreichen könnte. Es ist auch eine Folge des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, der uns die Abhängigkeit in Sachen fossiler Energien so deutlich vor Augen geführt hat. Das ist es, was uns alle antreibt, endlich mit der Energiewende vorwärtszumachen.

    Seitdem das Thema Versorgungssicherheit die Energiediskussionen dominiert, ist die Nachfrage nach PV-Anlagen in der Schweiz regelrecht explodiert. Das bestätigt nicht nur der Branchenverband Swissolar, sondern auch jeder einzelne Solar-Installateur. Sie haben nicht nur die grosse Nachfrage zu bewältigen (Stichwort Fachkräftemangel), sondern auch die Beschaffung von Material und Komponenten, die sie für den Solarbau benötigt. Die Produktion von Solarpanels oder Wechselrichtern aus China werden von Corona-Lockdowns oder überlasteten Frachtkapazitäten ausgebremst. Und es fehlt mancherorts an Stahl und Aluminium. Rohstoffe, die traditionell in Ländern wie Russland oder Ukraine beschafft werden. Es kommt zu Preissteigerungen, längeren Projektlaufzeiten und Projektverzögerungen.

    Im Solarmarkt Schweiz herrscht nun die Aufbruchstimmung, für die wir uns mit der Kampagne SolarAction eingesetzt haben. In einem nächsten Schritt gilt es nun, diese positive Energie sinnvoll zu nutzen und trotz aller Hürden wie Fachkräftemangel und Lieferengpässe mit klaren Visionen und guten Konzepten in den Gemeinden mit ihren Einwohner:innen die Wende voranzubringen.

    Seit unserer Reise durch den Kanton Zürich haben wir viel erfahren, wo den Gemeinden der Schuh drückt, wo konkrete Begleitung hilfreich wäre und wo seitens Kanton oder Bund die Förderung intensiviert werden müsste. Mit unseren Webinaren und ergänzenden Newsbeiträgen wollten und wollen wir eine Austauschplattform bieten, um voneinander zu lernen und Ideen weiterzuentwickeln.

    Auf Gemeindeebene sehen wir weiterhin die grössten Hebel, die zum raschen Zubau von PV-Anlagen führen. Gemeinden in ihren Vorhaben zu bestärken und zu begleiten, darin sehen wir weiter den grössten Nutzen für die Kampagne SolarAction im Kanton Zürich.

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