Author Archives: Ina Paschen

Bund fördert PV-Machbarkeitsstudien bei Gemeinde-Gebäuden

Solarpotential auf Dächern, Kartenausschnitt von sonnendach.ch

Wie gross ist das Solarenergie-Potenzial auf den Gebäuden der Gemeinde? Wie gut wird es bereits genutzt? Welches Gebäude sollte als nächstes mit einer PV-Anlage bestückt werden? Mit einer Machbarkeitsstudie lassen sich all diese Fragen beleuchten. Seit dem 1. Mai 2022 fördert der Bund Machbarkeitsstudien für gemeinde-eigene Gebäude mit einer Sonderaktion finanziell. SolarAction unterstützt Sie bei der Realisation.

Jede Gemeinde kann mit ihren Gebäuden zur Versorgungssicherheit beitragen. Wie jedes andere Gebäude auch können hier Energiesparpotentiale, Wärmeversorgung und Strombedarf ermittelt und umgestellt werden. Zusätzlich erfüllt die Gemeinde dadurch eine Vorbildfunktion. Für die Gemeinden, die hier noch Potenzial sehen und ihre Planung angehen möchten, bietet der Bund mit einer Förderung Hand.

PV-Machbarkeitsstudie – jetzt handeln

Jede Gemeinde kann einen Antrag einreichen, sofern sie die Machbarkeitsstudie bis Ende Oktober 2023 fertig stellen mag. Interessierten Gemeinden empfehlen wir eine frühzeitige Planung, denn ebenso wie die Solar-Installateure sind auch die Solarplaner aktuell sehr gefragt.

Solarpotenziel in drei Schritten erfassen und auswerten

Der Finanzierungsbeitrag durch Energie-Schweiz beträgt 40% der Gesamtkosten der Machbarkeitsstudie, aber maximal CHF 30’000. Um in den Genuss der Förderung von 40% der Kosten zu kommen, wird ein dreistufiges Vorgehen erwartet.

Schritt 1: Gesamtüberblick, Kriterien, Grobauswertung

Es braucht eine Liste aller kommunalen Gebäude und der betrachteten Flächen. Gemeinsam mit dem Solarplaner legt die Gemeinde vorab die Bewertungskriterien und die verwendeten Bewertungsstufen fest, z.B. ausgezeichnet, gut, mittel, schlecht. Mögliche Kriterien könnten Lage, Schattierung, Neigung oder Logistik sein. In einer Kurzanalyse werden nun alle gelisteten Gebäude bezüglich der gewählten Kriterien bewertet. Diese Übersicht ermöglicht eine erste Einstufung und Auswahl geeigneter Gebäude für eine PV-Anlage.

Mögliche Übersichtstabelle einer Auswertung gemäss Schritt 1 aus "Merkblatt für Projektanden Energie-Schweiz Sonderaktion «Machbarkeitsstudie PV für kommunale Gebäude» (Umsetzung 2022-2023)"

Schritt 2: Detaillierte Machbarkeitsstudie bei mindestens der Hälfte der geeigneten Dächer

Hierfür fordert das Merkblatt sehr klar: Auf der Grundlage der Kurzfassung führen die Gemeinde und der Auftragnehmer eine detaillierte Machbarkeitsstudie für mindestens die Hälfte der am besten geeigneten Gebäude/ Dächer durch. Diese Studie soll der Gemeinde alle Informationen liefern, die sie für das weitere Vorgehen (technische und finanzielle Planung, Ausschreibung, Umsetzung) benötigt. Für diese Studie ist ein Besuch vor Ort unerlässlich. Die Studie muss u.a. folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Auswertung der allgemeinen Lage, Zonen und Gebäudetyp, Bauanzeige  oder -bewilligung, Hindernisse, Logistik usw.
  • Dachzustand und mögliche Kombination mit verbesserter Dachisolierung
  • Verlegungsplan, Skizze, Fotomontage
  • Auswertung der Schattierung
  • Simulationen: eingerichtete Kapazität, Produktionspotenzial, Eigenverbrauch, etc.
  • Verfügbare Räumlichkeiten/Standort, Installation der technischen Bestandteile, Verkabelung, elektrischer Anschluss
  • Sicherheit (Baustelle und Wartung) − Blitzschutz / Brandschutz
  • Monitoring- und Steuerungssystem
  • Synergie: ZEV, Elektromobilität, Heizung, Warmwasser, etc.
  • Etc.

Schritt 3: Einstufung Umsetzung mit zugehöriger Verpflichtung

Auf der Grundlage der Resultate der ersten beiden Schritte wird nun eine Einstufung der Gebäude erstellt.

  • Priorität 1: Das Dach des Gebäudes ist für die Installation einer PV-Anlage vollkommen geeignet und lässt eine Umsetzung sofort zu. Die Gemeinde verpflichtet sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Realisierung der Anlage zu sorgen.

  • Priorität 2: Das Dach des Gebäudes ist für die Umsetzung einer PV-Anlage geeignet. Es bestehen aber Hindernisse, die die Umsetzung erschweren oder verzögern (z.B. ungeeignete Lage, Auflagen, notwendige Arbeiten/Renovierungen usw.). Die Gemeinde plant eine längerfristige Umsetzung im Rahmen möglicher Renovierungs- oder Umbaumassnahmen.

  • Priorität 3: Das Dach des Gebäudes ist nicht geeignet und/oder die Hindernisse sind auch langfristig zu gross, um die Umsetzung einer PV-Anlage in Erwägung ziehen zu können.

PV-Anlagen umsetzen und berichten

Die Gemeinde verpflichtet sich, in den Folgejahren Auskunft zu geben über Planung, Umsetzung und ihre Kommunikation zu den Projekten und Energie-Schweiz und die Öffentlichkeit aktiv über den Fortschritt zu informieren.

Weitere Informationen zur Förderung

Das Merkblatt und der Link zur Anmeldung sind zu finden auf https://www.local-energy.swiss/infobox/sonderaktion-machbarkeitsstudie-pv.html#/

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    Mehr Solarstrom für Versorgungssicherheit und Klimaneutralität

    solar windenergie stromimport

    Die Klimajugend hat dringlich gemahnt: es ist Zeit zum Handeln! Der Bundesrat hat die Strategie zur Klimaneutralität bis 2050 veröffentlicht – nun sind wir alle aufgefordert, einen Beitrag zu leisten. Ein wichtiges Thema ist dabei die Energiewende: weg von Kohle, Öl und Gas hin zu erneuerbaren Energien, ergänzt durch Energieeffizienz und Nutzen von Einsparpotential. Die Versorgungssicherheit geht uns alle an.

    Energiesystem im Wandel

    «Anfang 2022 wurde der Gesellschaft in Mitteleuropa drastisch vor Augen geführt, dass die Techno­logie­wahl «Erdgas» dem wichtigsten Erdgas­anbieter Tür und Tor für politische Erpres­sungen und militärische Bedrohungen öffnet. Auch an der Preisfront hat dies zu massiven Erhöh­ungen geführt, die die Erin­nerun­gen an die Ölkrise der 1970er-Jahre wach werden lassen. Die noch vor zwei Jahr­zehnten allseits umge­setzte Liberali­sierung aller Energie­märkte hilft da aktuell wenig – die Politik ist wieder gefragt zu handeln, wie es in Energiefragen so oft nötig und sinnvoll war», schreibt Prof. Dr. Franz Baumgartner von der zhaw. Die Schweiz benötigt ebenso wie die anderen Länder Europas zunehmend mehr Strom, denn die Decarboniiserung des Verkehrs oder auch der Wärme geht Hand in Hand mit einer Elektrifizierung. Hinzu kommt noch die fortschreitende Digitalisierung. Durch den steigenden Bedarf pro Land werden Export- bzw. Importraten kleiner, d.h. jedes Land muss seine Anstrengungen für sauberen Strom erhöhen.

    «Die Greenpeace-Szenarien zeigen, dass eine atomstrom- und CO2-freie Energieversorgung hierzulande möglich und erschwinglich ist. Die entscheidenden Elemente sind:
    – ein stark beschleunigter Ausbau der Photovoltaik und
    – eine Steigerung der Energieeffizienz inklusive Einsparungen durch Verhaltensänderungen»

    Solarstrom als Schlüsselenergie

    Wind, Sonne und Wasser sind für sauberen Strom die zentralen Quellen. Das Potential der Wasserkraft ist in der Schweiz weitestgehend ausgeschöpft ist, das der Sonne nicht. Allein auf den Dächern schlummert ein Solarstrom-Potential von 50 TWh, schätzt das Bundesamt für Energie. Weiteres Potential bieten Fassaden, Infrastruktur oder Freiflächen. «Solarstrom hat das Potenzial, eine Stütze für die nachhaltige Energiezukunft zu werden,» sagt Baumgartner. Unsere wichtigste Technik zum Ernten der Energie sind Photovoltaik-Anlagen. So schreibt auch Greenpeace in ihrem Bericht zu Versorgungssicherheit und Klimaschutz: «Die Photovoltaik wird zur Schlüsselenergie für die Dekarbonisierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie.» Und das Interesse der Bevölkerung an Solaranlagen steigt, die Auftragsbücher der Solarinstallateure sind gut gefüllt. Und die Produktionszahlen zeigen erstaunliches: seit kurzem wird in der Schweiz mehr Solarstrom als Atomstrom produziert. Siehe Grafik.

    Grenzen des Wachstums

    Doch trotz steigender Nachfrage ist der Zubau aus Sicht Klima noch immer zu langsam, er müsste dem zweiten Bild entsprechen. Doch auch bei der Energiewende gibt es eine Grenze des Wachstums: es fehlen Nachwuchs und Fachkräfte. Auch Lieferengpässe werden spürbar, was zu Preissteigerungen führt. «Umso wichtiger, dass beim Bau einer Anlage das Potential möglichst gut ausgenutzt wird, statt auf Eigenbedarf zu reduzieren», sagt uns ein Solarinstallateur. «Das hilft allen. Wir beoachten auch, dass mit der Anlage ein Umdenken bei den Menschen einsetzt, Gewohnheiten sich ändern und weitere Nutzungsmöglichkeiten wie e-Ladestation oder eine Wärmepumpe nachgerüstet werden.»

    Sommerstrom – Winterstrom – Netzstabilität

    Immer wieder wird die Sorge laut, dass die Netzstabilität mit dem Solarstrom gefährdet werde: im Sommer werde ein massiver Überschuss produziert, im Winter zu wenig. Darauf entgegnet Swissolar, der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie: «Die Annahme, dass Photovoltaikanlagen nur im Sommer an schönen Tagen Strom liefern, ist nicht korrekt. Einen besonders hohen Beitrag zur Winterstromversorgung leisten Anlagen an Fassaden und im alpinen Raum. Dieses Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft und entwickelt sich mit neuer Technik immer weiter.» Intelligente Steuerungen und Kombination mit Speichermöglichkeiten wie z.B. Pumpspeicherwerke zeigen in den Szenarien Möglichkeiten für die Netzstabilität auf.

    Deine Gemeinde hilft

    Die Energieberater deiner Gemeinde oder deiner Region zeigen dir Möglichkeiten auf, wie du dich als Mieter:in, Hauseigentümer:in oder als Einwohner:in deiner Gemeinde einbringen kannst. Melde dich jetzt bei ihnen!

    Weiterführende Informationen

    > Prof. Dr. Franz Baumgartner, «Energiesystem im Wandel«, 28.03.2022

    > Greenpeace, «Versorgungssicherheit und Klimaschutz – Gesamtszenario Schweiz«, Januar 2022

    > Swissolar, «11-Punkte-Plan der Solarwirtschaft 2022«, pdf

    > Neue Förderinstrumente des Bundes – Ein Überblick

    Integrierte Photovoltaik – ein neuer Ratgeber für Bauherrschaften

    Integrierte Photovoltaik in der Gebäudehülle ermöglicht eine dezentrale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Gebäudebereich. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 kann diese in Neu- oder in Bestandesbauten für den Eigenverbrauch, die Elektromobilität oder den weiteren Verkauf verwendet werden. Integrierte Photovoltaik leistet somit einen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Energiezukunft.

    Was ist gebäudeintegrierte Photovoltaik?

    Gebäudeintegrierte Photovoltaik, häufig BIPV (building-integrated photovoltaic) genannt, steht für die Integration von Photovoltaikmodulen in die Gebäudehülle. Solche Module produzieren nicht nur Strom, sondern übernehmen auch die Funktion eines Bauteils. Ein BIPV-Bauelement ist eine Baukomponente, die als Teil der Gebäudehülle (Element der Bedachung und der Fassadenverkleidung), als Beschattungsvorrichtung (Sonnenschutz), als Architekturelement (z.B. Überdachung, Balkonbrüstung) und als jedes sonstige architek-tonische Element (optische und akustische Abschirmung) verwendet wird.

    «Solararchitektur ist ein Baustein zukunftsorientierter Architektur, die sich dieser Aufgabe annimmt, die Energiewende wahrwerden lässt, wenn wir es denn als Gesellschaft wirklich wollen.»
    Prof. Peter Schürch, Präsident Norman Foster PEB-Jury

    Integrierte Photovoltaik ist funktional und schön

    Mittlerweile lassen sich in der ganzen Schweiz gute Beispiele für gestalterisch gelungene BIPV-Lösungen finden. Anders als in unserem Referat zur PV-Nutzung an der Gebäudefassade, bei dem es um die Nutzung damaliger Standard-PV-Module für die Fassade ging, geht es beim BIPV beispielweise um Terracotta-PV-Module, die sich z.B. bei denkmalgeschützten Gebäuden nutzen lassen, über Balkon-integrierte PV-Anlagen bis zu Fassade-PV-Modulen. Das Spektrum der Module ist inzwischen bunt und vielfältig. Auch beim Schweizer Solarpreis gibt es immer mehr Beispiele für gute Umsetzungen.

    Ein neuer Ratgeber für Bauherrschaften

    Der von Energie Schweiz herausgegebene Ratgeber für integrierte Photovoltaik gibt auf 18 Seiten einen fundierten Überblick über das Thema, ehe dann auf Aspekte wie Installation, Ästhetik, Individualisierung, Kosten und Wirtschaftlichkeit genauer eingegangen wird. Ergänzt durch Bilder ansprechender Beispiele wird die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Als praktische Ergänzung für den Alltag gibt es für Bauherrschaften die Vorteile für integrierte Photovoltaik kurz und bündig sowie eine Checkliste für die Planung.

    Mehr Informationen zur gebäudeintegrierter Photovoltaik

    > Integrierte Photovoltaik – ein Ratgeber für Bauherrschaften (pdf, 3.7 MB)
    > Fachevent Gebäudesanierung mit PV-Fassade (Aufzeichnung)

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    Solarenergie: stabile Vergütungstarife erhöhen die Attraktivität

    „Auf den 1.1.2021 senkt die EKZ ihre Rückliefertarife um 26%.“ Nachrichten wie diese verunsichern private und institutionelle Hauseigentümer bzgl. Bau von Solaranlagen. Lohnt sich eine grosse Anlage?

    Besitzer:innen von Photovoltaikanlagen erhalten für den Strom, welchen sie ins Netz einspeisen, einen gewissen Tarif pro Kilowattstunde vergütet. Dieser Tarif ist je nach Energieversorgungsunternehmen (EVU) sehr unterschiedlich (siehe www.pvtarif.ch).

    Dies ist ein Grund, warum bei PV-Anlagen eher auf Eigenbedarf optimiert wird, d.h. die Anlage liefert nur soviel Strom, wie der Besitzer benötigt, und fällt eher kleiner aus als möglich wäre. Grosse Anlagen bergen ein Investitionsrisiko aufgrund der schwankenden Tarife.

    Für die Energiewende oder eine Netto-Null-Gesellschaft brauchen wir jedoch grosse Anlagen. Will die Schweiz auf eine 100% einheimische und erneuerbare Energieversorgung setzen, so benötigt es dazu ca. 50 Gigawatt (GW) installierte PV-Leistung.

    Tarifkrisiken für Solaranlagen gezielt mildern

    Es gibt Möglichkeiten, die Investitionssicherheit zu erhöhen. Untenstehend finden Sie zwei Beispiele.

    Beispiel 1: Ein politischer Vorschlag einer Solarrisikoversicherung

    Der Verband unabhängiger Energieerzeuger (Vese) hat ein Positionspapier erarbeitet, in dem drei Vorschläge unterbreitet werden. Einer davon ist eine Schweizerische Solarrisikoversicherung SSRV, angelehnt an die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV, die es bereits gibt. Im Kern geht es darum, durch einen fixierten Minimalpreis, der durch die Versicherung gewährleistet wird, das Investitionsrisiko abzumildern. Das lesenswerte Positionspapier ist im Werkzeugkasten Rückliefertarife enthalten.

    Beispiel 2: PPA-Verträge

    Power-Purchase Agreements (PPAs) sind eine vielversprechende Möglichkeit, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben. Ein Beispiel hierfür ist die grosse Solaranlage an der Muttsee-Staumauer. Der Kernpunkt ist dabei, Produzent von Strom und Abnehmer direkt zusammenzubringen, sodass stabile Preise vereinbart werden können.

    Die Anforderungen an solche Projekte und an die am Vertrag beteiligten Parteien sind neu und höher als bei herkömmlichen Projekten. In der Schweiz gibt es nur wenige Beispiele hierfür.

    Weitere Informationen zu stabilen Rückliefertarifen und PPA-Verträgen:

    > Positionspapier im Werkzeugkasten Rückliefertarife von Vese

    > Newsbeitrag zur Solaranlage an der Muttsee-Staumauer

    > Webinar-Aufzeichnung aus Deutschland zur „Erfolgreichen Finanzierung und Umsetzung von PPA-Projekten

    Bei Interesse oder Fragen hilft SolarAction gerne weiter.

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    Videoempfehlung: Das Potential der Sonnenenergie

    Parallel zum Launch der Kampagne SolarAction hat MYBLUEPLANET am 21.6.2021 eine ClimateLunch & Learn Veranstaltung zum Thema Solarenergie organisiert. Darin informiert Prof. Dr. Franz Baumgartner, Leiter des Studiengangs Energie-& Umwelttechnik an der ZHAW Winterthur, über die aktuell vorhandenen PV-Lösungen und deren Kosten, das Zusammenspiel von Solarstromnutzung &-Speicherung und die Zukunft der Photovoltaik (Ein kleiner Teaser: Selbst der Lobbyverband der Öl-, Gas und Nuklearenergie IEA erkennt neuerdings an, dass Solarenergie bis 2050 der wichtigste Stromlieferant werden muss, so dass das Netto-Null-Ziel erreicht werden kann).

    In seinem Referat erklärt er das «1 zu 1’000» Paradoxon, unter welchen Umständen mit Solarstrom Kostenparität mit dem Netz erreicht werden kann, wie PV-Module auf stark von Schneefall betroffenen Gebäuden zu positionieren sind und vieles mehr. Zudem zeigt er anhand von innovativen Projekten in Zürich und Umgebung, wie das meiste aus der Solarenergie geholt werden kann.

    Falls Sie am nächsten ClimateLunch & Learn teilnehmen möchten, können Sie sich gerne unter „Anstehende Veranstaltungen“ auf der MYBLUEPLANET-Website einschreiben. ClimateLunch & Learn Veranstaltungen finden üblicherweise am 12. des Monates von 12:12 bis ca. 12:42 statt und widmen sich einem spezifischen Monatsthema.

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    SolarAction legt los!



    Am längsten Sonnentag des Jahres lancierte MYBLUEPLANET die Kampagne SolarAction im Kanton Zürich.

    Durch die Informationsveranstaltung führte die Kampagnenleiterin Ina Paschen. Sie begrüsste den Zürcher Regierungsrat Dr. Martin Neukom, den Winterthurer Stadtrat Stefan Fritschi und Daniela Peter von Swissolar als Vertreterin des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie. Sie alle unterstrichen in ihren Referaten die Notwendigkeit eines raschen Zubaus von PV-Anlagen, um in Zukunft eine vollständig erneuerbare Energieversorgung garantieren zu können. Denn obwohl Solarenergie eine potente Lösung zur Energiegewinnung ist, wird sie derzeit noch ungenügend verwendet.

    Der einhellige Tenor: Die Menge an PV-Anlagen wird sich in den nächsten Jahren vervielfachen müssen, so dass auch im Kanton Zürich die Solarenergie zu einer signifikanten Stütze in unserer Energieversorgung werden kann.


    https://www.youtube.com/watch?v=h_eaMQCuxLY


    Videoimpressionen von der Medienkonferenz

    Der Event markierte ebenfalls den Start der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Winterthur und MYBLUEPLANET, welche gemeinsam der Vision nachstreben, innerhalb von 3 Jahren in Winterthur neue PV-Anlagen mit einer kumulierten Fläche von 110’000m2 sowohl auf Gebäuden der öffentlichen Hand als auch auf Dächern von Privatliegenschaften zuzubauen – eine grosse, aber notwendige Aufgabe.

    Medienecho auf den Kampagnenstart

    > Zur Medienmitteilung und weiteren Impressionen der Veranstaltung
    > Zum Beitrag von Radio Top (21.06.21)
    > Zum Beitrag von Energie bewegt Winterthur (21.06.21)
    > Zum Beitrag Radio SRF Regionaljournal ZH/SH (22.06.21)
    > Zum Beitrag von ee news – Fachmagazin für erneuerbare Energie (29.06.21)


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    SolarTracker – Solarpotenzial und CO2-Ersparnisse

    SolarTracker Solarvision Kanton Zürich



    Auf dem SolarTracker wird der Kanton Zürich und seine Gemeinden in verschiedenen Blautönen dargestellt. Je dunkler das Blau, desto besser wurde das Solarpotenzial bereits genutzt. Doch wie werden diese Daten aus dem Solar Tracker, wie beispielsweise das Solarpotenzial oder die CO2-Äquivalent überhaupt gelesen und was hat es mit der Gemeinde Challenge auf sich?

    Solarpotenzial:

    Der Wert „genutztes Solarpotenzial“ zeigt auf, wie viel Prozent des realisierbaren Solar-Potenzials auf Dachflächen bereits für die Stromproduktion mit Photovoltaik (PV) Anlagen genutzt wird. Aktuell wird im Kanton Zürich 4.08% des Solar-Potenzials für die Stromproduktion genutzt.




    Der Wert gibt die installierte PV-Leistung im Verhältnis zum wirtschaftlich sowie technisch realisierbaren Potenzial auf Dachflächen in Prozent an. Die installierte Leistung setzt sich aus allen bestehenden PV-Anlagen zusammen, die für eine Förderung durch den Bund im Einspeisevergütungssystem (EVS) oder für die Einmalvergütung (EIV) angemeldet worden sind. Die grosse Mehrheit aller PV-Anlagen in der Schweiz ist in einer dieser beiden Datenquellen registriert. Die PV-Anlagen werden anhand der im Herkunftsnachweissystem registrierten Adresse einer Gemeinde zugewiesen. Für die Berechnung des wirtschaftlich sowie technisch realisierbaren Potenzials werden die für Solarstrom geeigneten Dachflächen aller Gebäude innerhalb eines Gemeindegebiets verwendet. Fassadenflächen werden nicht berücksichtigt. 






    Gebäude, die in mehr als einem Gemeindegebiet liegen, werden anhand der im Gebäude liegenden Adressen den Gemeinden zugeordnet. Geeignete Dachflächen sind grösser als 10 Quadratmeter und für die Solarstrom-Produktion mindestens „gut“ geeignet, das heisst sie verfügen über eine mittlere jährliche Sonneneinstrahlung von über 1’000 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Für die Dachflächen wird ein Belegungsgrad von 70% angenommen (Anteil der Dachfläche, welche mit PV-Modulen belegt werden kann). Es wird weiter ein Modulwirkungsgrad von 17% für die Produktion von PV-Strom verwendet.

    CO2-Äquivalent:

    Der Wert „gespartes CO2-eq / Jahr“ welcher ebenfalls im Solartracker zu finden ist, bezeichnet die Differenz zwischen der Ökobilanz des Schweizer Strommix und der Ökobilanz einer durchschnittlichen Solaranlage in der Schweiz.

    Die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom in der Schweiz verursacht Treibhausgas-Emissionen von 42.5 g CO2-Äquivalenten. Die Herstellung und Entsorgung der gesamten PV-Anlage ist dabei eingerechnet. Der Schweizer Strommix verursacht im Vergleich 181.5 g CO₂-eq/kWh. Somit lässt sich eine Differenz von 139 g CO₂-eq/kWh ausrechnen.

    Gemeinde Challenge:

    Die Gemeinde Challenge soll die einzelnen Gemeinden dazu anregen, sich selbst Ziele für den Zubau von Solaranlagen zu setzten. Setzt sich eine Gemeinde ein Ziel, wird dieses im SolarTracker bei der jeweiligen Gemeinde im grauen Balken als Zielwert angezeigt. Der blaue Fortschrittsbalken zeigt an, wie viel vom angestrebten Ziel bereits erreicht wurde. Wird dieses Ziel bis 2024 oder vorher erreicht, berichten wir über den Erfolg der jeweiligen Gemeinde und veranstalten bei erfolgreicher Zusammenarbeit einen SolarEvent!

    > Quelle 1: Energie Reporter von geoimpact.ch

    > Quelle 2: Ökobilanz Strom aus Photovoltaikanlagen, Update 2020, treeze Ltd.

    > Hier Solarvision melden!


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    Woher stammt Schweizer Strom?

    Wieviele Stromproduktionsanlagen gibt es in der Schweiz? Wie setzt sich der Kraftwerkspark zusammen? Welches Werk produziert welche Leistung und wo stehen die Gemeinden beim Ausbau der Photovoltaik?

    Fragen über Fragen, die das Bundesamt für Energie BFE auf einer Website zusammengetragen hat. Räumlich dargestellt werden alle Anlagen mit einer Leistung grösser 30 Kilovoltampere (kVA), sowie Kleinanlagen (grösser als 2 Kilowatt), welche freiwillig für die Ausstellung von Herkunftsnachweisen registriert worden sind. Zudem enthält der Datenbestand Anlagen, die durch eine Einspeisevergütung, Einmalvergütung, Mehrkostenfinanzierung oder einen Investitionsbeitrag gefördert werden.

    Die Daten werden monatlich aktualisiert.

    > Bundesamt für Energie


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